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SPD erforscht Laden-Leerstände |
| 66 verwaiste Geschäfte in der Innenstadt entdeckt - «Flair der Altstadt verloren« |
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ERLANGEN - Die SPD ist in der Innenstadt den «gefühlten Ladenleerständen« auf den Grund gegangen und mit der Zahl 66 von einer Zählung wiedergekommen.
Damit widerspricht die SPD den Zahlen, die City-Manager Christian Frank neulich vorgelegt hatte: In der Innenstadt gebe es lediglich 24 leere Geschäfte, von der gesamten Verkaufsfläche von 127000 Quadratmetern seien gerade einmal 3460 unbenutzt (wir berichteten).
14 Leute vom SPD-Distrikt Innenstadt hätten vom 22. Februar bis 9. März die Geschäfte und Gaststätten gezählt. Bis auf die einen Bereich rund um die Henkestraße wäre die Zählung auch deckungsgleich mit dem Zuständigkeitsbereich des City-Managements erfolgt, sagt Michael Zimmermann vom Distrikt Innenstadt.
Allein in der Innenstadt würden 9,4 Prozent der Geschäfte leerstehen, sagt Zimmermann. «Und die Grande Galerie ist in dieser Aufzählung nicht enthalten«. Im Norden würde der Leerstand sogar 12,1 Prozent betragen. «Das ist dann doch einiges mehr als nur gefühlt«.
Florian Janik, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, bedauert es, dass durch leere Geschäfte in der Altstadt etwa kaum noch «charmantes Einkaufen« möglich sei. Das «Flair der Altstadt« mit den vielen kleinen Läden sei verloren gegangen. «Keine andere Stadt konnte das bieten«, sagt Janik.
«Dass die kleineren Geschäfte weniger Zulauf haben, liegt aber nicht nur an den Arcaden«, sagt Ursula Lanig, die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. «Es liegt auch daran, dass wegen den Arcaden Buslinien verlegt wurden«. So hätte allein der Kaufhof einen Kundenrückgang von 38 Prozent zu verkraften.
Ursula Lanig will beobachtet haben, dass «qualitativ gute Geschäfte Schwierigkeiten haben, In einem weniger hochwertigem Umfeld zu bestehen«. Das City-Management sollte die Geschäfte mit gutem Angebot «besser beraten«.
Warten auf Gutachten
Allerdings gab Ursula Lanig zu, dass es das City-Management auch nicht leicht habe. Denn in Erlangen gebe es oft genug die Besonderheit, dass Gespräche sowohl mit dem Hausbesitzer wie auch mit dem Geschäftsbesitzer geführt werden müssten. «Hier hat das City-Management nicht viel Möglichkeiten, wenn etwa Hausbesitzer, die weit weg wohnen, keine Lust haben, über eine Verbesserung ihres Besitzes zu reden«, so Ursula Lanig.
Die SPD wartet «schon seit zwei Jahren auf das angekündigte Einzelhandelsgutachten«, sagen Florian Janik und Ursula Lanig. Die beiden SPD-Politiker erwarten, dass dieses Gutachten endlich heuer vorgestellt werden wird. «Dann könnte endlich gehandelt werden«, sagt Florian Janik. «Was bisher getan wird, reicht nicht. In der nördlichen Altstadt haben sich alle Befürchtungen bestätigt«.
Aber nicht alleine die Arcaden würden Publikum aus der Innenstadt abziehen, auch das hohe Verkehrsaufkommen könnte dazu beitragen, glaubt Florian Janik: «Der Verkehr in der Goethestraße lädt nicht gerade zum Flanieren ein«. Allerdings müsse die Innenstadt mit Bussen erreichbar sein. Daher schlägt Janik vor, eine «alternative Trasse über die Münchener Straße zu prüfen. In der Innenstadt könnten mittelfristig Kleinbusse eingesetzt werden«.
Am Beispiel von Regensburg könne Erlangen lernen, Leerstände kreativ zu nutzen, sagt Ursula Lanig. In der oberpfälzischen Domstadt würde die Fachhochschule ein leerstehendes Geschäftsgebäude «als Showroom nutzen«.
Analog dazu könnte die Universität Erlangen-Nürnberg in die immer noch leerstehende Grand Galerie einziehen. Die weiteren Leerstände könnte der Kunstverein für Ausstellungen nutzen, sagt Ursula Lanig. «Obwohl der Kunstverein diese Absicht schon vor ein Jahren erklärte, ist bis jetzt nicht passiert«. |
| 17.3.2009 |
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