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Der Anblick sagt alles. Statt bunter Auslagen, die die Kunden locken sollen, kleben an den Geschäftsscheiben schmucklose Schilder: «Zu vermieten» oder «Räumungsverkauf» steht auf ihnen. Die Erlanger sehen solche Schilder immer öfter: in der Goethestraße, in der Heuwaagstraße, in der Friedrichstraße und auch in der Hauptstraße. Die SPD fordert von der Stadt mehr Engagement, um das Ausbluten der Innenstadt zu stoppen.
«Es fällt doch jedem ins Auge, dass die Leerstände in der Innenstadt zunehmen», sagt Ursula Lanig, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion. «Und das macht uns große Sorgen.»
Eine Strategie, mit der die Stadt versucht, den verwaisten Läden in der Innenstadt entgegenzuwirken, ist das sogenannte «Leerstandsmanagement», um das sich die Wirtschaftsförderung der Stadt und das City-Management kümmern.
Das Leerstandsmanagement, so erklärt City-Manager Christian Frank, konzentriert sich dabei darauf, die Leerstände zu erfassen und sie zu veröffentlichen (unter www.erlangen.de/wirtschaft). Neben diesem kostenlosen Service versucht das Citymanagement zu vermitteln und zu empfehlen: Meldet sich also ein Interessent, der in der Erlanger Innenstadt ein Geschäft eröffnen möchte, schlägt das Citymanagement ein leer stehendes Objekt vor und stellt die Verbindung zu dem Vermieter her.
Wie viele Geschäfte zurzeit genau leer stehen, kann der City-Manager Frank, allerdings nicht sagen. In einem Zyklus von etwa acht Wochen werde die Datei aktualisiert, berichtet er. Ende der nächsten Woche lägen belastbare Zahlen vor, sagt Frank.
Für Ursula Lanig und Florian Janik, den SPD-Fraktionschef, gibt es jedenfalls viel zu viele Leerstände. «Von Monat zu Monat werden es mehr», sagt Janik.
In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses haben die SPD-Stadträte deshalb ein «aktiveres Leerstandsmanagement» gefordert. Zu passiv erscheinen ihnen die Aktivitäten der Stadt. Mit Flugblättern, meint Lanig, könnte die Stadt zum Beispiel auf Neueröffnungen aufmerksam machen. Eine derartige Unterstützung könnte für potenzielle neue Geschäftsinhaber ein Argument sein, um sich für Erlangen zu entscheiden. Die Nachbarstadt Fürth etwa, fügt Lanig an, sei in dieser Beziehung um einiges flotter. Fürth gewähre sogar Mietzuschüsse, meint Lanig, ohne diese Maßnahme allerdings auch für Erlangen zu fordern. Diese Anmerkung aber ist Matthias Faigle, dem FDP-Fraktionschef, offensichtlich zu viel. Er schimpft, dann könne man ja gleich sozialistische Verhältnisse einführen. Und auch Wolfgang Winkler (Grüne Liste) kann dem Gedanken nichts abgewinnen: «Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, Geschäftsleute mit Geld zu fördern.»
Ralf H. Kohlschreiber (Text) und Ralf Rödel (Foto) |