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Deutsch-polnische Künstlerbegegnung in Erlangen

Von opulenten Ölmalereien bis zu karikierenden Porträts
 Deutsch-polnische Künstlerbegegnung in Erlangen
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ERLANGEN - Die neue Ausstellung der Galerie «arsprototo» ist zumindest zum Teil Ergebnis eines «Deutsch-Polnischen Kunstsymposions» auf Schloss Gereuth, an dem sich zwölf Künstlerinnen und Künstler, dazu ein Gast aus Italien, beteiligten. Einige von ihnen waren schon in früheren Ausstellungen der Galerie vertreten. Neu ist vor allem der Einblick in die junge polnische Kunstszene.

Der Titel «Figuration und Abstraktion» lässt so ziemlich alle Möglichkeiten offen, auch jene der Installation, die vielleicht nicht immer figurativ sein muss, aber gewiss niemals abstrakt sein kann. Jedenfalls gehört die Installation «Endlich allein» des Kasseler Künstlers Michael Göbel zu den eindrucksvollsten Objekten der Ausstellung. Sie vereint eine strenge plastische Ordnung mit der ironischen Distanz gegenüber der im Motiv enthaltenen Geschichte.

Die Arbeiten aus dem Bereich der Malerei sind ohnehin allesamt dem Gegenständlichen verpflichtet. Abstrakt im Verständnis der klassischen Moderne sind nur die Bilder von Svenja Ritter (Karlsruhe). Sie erreichen allerdings nicht die Ausstrahlung ihrer Materialplastiken und Installationen, fantastischen Organismen und erfundenen Landschaften.

Überraschende Bildordnungen als Resultat

Fantastische Erfindungen sind auch die Bilder von Grzegorz L. Piotrowski, in denen Relikte der gegenständlichen Welt in zeichenhafter Verkürzung auftreten. Er verbindet kalligrafische Elemente der Zeichnung mit einer aufs Äußerste reduzierten Malerei, eine Gratwanderung, die nicht immer gelingt, dort aber zu überraschenden Bildordnungen führt.

Ausgesprochen opulent, was den Einsatz der Farben betrifft, gibt sich dagegen die pastose Ölmalerei von Pawel Kaluzinski, extreme Hochformate, in denen die traum- und albtraumhafte Erinnerungen an die menschliche Figur beschworen werden. Elke Zauner (München) errichtet lichterfüllte Bildräume, deren strenge Farbperspektive Assoziationen an reale Motive erweckt. Die Städtebilder von Agnieszka Zawisza reduzieren das gegenständliche Motiv auf signalhafte Zeichen, die in expressive Bildräume eingebettet sind.

Dem Neorealismus verpflichtet ist Marek Wrzesinski, der in seinem Zyklus «Picto Lingua» Alltagsgegenstände porträthaft zum Thema macht. Fast fotorealistisch sind die karikierenden Porträts von Anna Waligórska in ihrem Triptychon «Entkerner». Sie stehen in einem reizvollen Kontrast zu der eher impressionistisch gemalten Landschaft. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit entstanden ist, wird anschließend auch in Warschau gezeigt.

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 26. April in dem Deutsch-Polnisches Kunstsymposion Erlangen-Warschau: «arsprototo» in der Henkestr. 66. zu sehen. Die Galerie hat Mittwoch bis Freitag von 15 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Kurt Jauslin
11.4.2008 11:23 MEZ
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