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Spielen und kehren

Protestaktion der Studenten auf dem Hugenottenplatz
 Spielen und kehren
Foto: Klaus-Dieter Schreiter
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Um nicht nur im besetzten Audimax zu streiken, haben Studenten auf dem Hugenottenplatz einen «Bildungsball» veranstaltet und damit zahlreiche Passanten angelockt. Dabei wurde deutlich: Der Streik und die Besetzung gehen weiter.

ERLANGEN (kds) – Die Kreativität der Streikenden kennt keine Grenzen. Auf dem Hugenottenplatz hatten sie jetzt eine Bühne aufgebaut, ein Quartett der Uni Big-Band spielte fetzige Melodien, und die fesch gekleideten Studentinnen und Studenten schwoften in der Kälte auf dem Pflaster.

Schließlich war es ein «Bildungsball», eine Gala zur nun vier Wochen dauernden Besetzung des Audimax, und in der Einladung war ausdrücklich um festliche Kleidung gebeten worden. Ein Höhepunkt war die «Reise nach Bologna», die analog zum Gesellschaftsspiel «Reise nach Jerusalem» gespielt wurde. Wer dabei keinen Sitzplatz in dem Stühlekreis mehr abbekam, der musste die Straße kehren. In dem Spiel bekam schließlich nur einer der ursprünglich zehn Gymnasiasten einen Studienplatz.

In einer von den rund 100 vor der Bühne anwesenden Studenten viel beklatschten Rede berichtete der Student (und Dachverbandsvorsitzende der Erlanger Jugendclubs) Bernhard Beer von den ersten vier Wochen der Besetzung des Audimax. Viele hätten das Gefühl, dass sich die Anstrengungen lohnen würden, und dass sie einen Stein zum Rollen gebracht hätten. Einen kleinen Staat hätten sie im Audimax gegründet, und sogar die Erlanger Nachrichten abonniert. Da es Hinweisschilder gebe mit der Aufschrift «Hier wird nicht geräumt und nicht gestreut» werde man wohl noch länger bleiben dürfen.

Nach Beers humoristischen Rückblick auf die vergangenen vier Wochen fuhr die Studentin Antonia Goldhammer schwereres Geschütz auf. Unmissverständlich machte sie deutlich, dass man «frischen Wind in feste, alte Strukturen» bringen wolle.

Dass der «lange schlafende Riese», nämlich die Studentenschaft, langsam aufwache, komme «kurz vor knapp». Die Bildung, die man glücklicherweise genießen dürfe, sei nicht dazu da, um später einmal mehr zu verdienen, sondern um sie zum Denken zu gebrauchen und endlich mündig zu werden.

Man werde in den nächsten Wochen sehen, ob die Forderungen der Studierenden verstanden worden sind. «Wenn dies nicht so ist, dann fangen wir erst richtig an».
17.12.2009
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