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| Uni-Rektor stellte sich Kritik der Studenten |
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Uni-Rektor Karl-Dieter Grüske und Uni-Vizepräsidentin Johanna Haberer haben im (voll-)besetzten Audimax stundenlang mit der protestierenden Studentenschaft diskutiert. Viele Studierende hatten den Eindruck, dass für sie wenig herausgekommen ist.
ERLANGEN (bjk) - Uni-Rektor Karl-Dieter Grüske und Vizepräsidentin Johanna Haberer haben am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion im besetzten Audimax zu den Problemen, Fragen und Forderungen der über 1000 anwesenden Studenten Stellung bezogen. Über vier Stunden lang dauerte die Diskussion, nach deren Ende sich Grüske für den guten Ablauf bedankte.
Die Studenten wollten ihre Unileitung hören und äußerten auch Unmut darüber, wenn Kommilitonen zu unsachlich wurden oder man Grüske unterbrach. Es gelang ihnen nur teilweise, ihren Zorn, von dem die derzeitigen Proteste getragen sind, in wirksame Argumente umzusetzen.
Der um Antworten nicht verlegene Rektor bot dafür kaum Angriffsfläche. Er zeigte häufig Verständnis, wie er betonte, wies in vielen Fällen die Verantwortung jedoch von sich. «Sie überschätzen die Möglichkeiten der Hochschulleitung», resümierte er.
So ließ er sich von den Studenten nicht auf klare Zusagen festnageln, geschweige denn sich in irgendeiner Form in die Ecke treiben, wie von vielen Studenten zuvor erhofft.
Etwas entgegenkommender zeigte sich Vizepräsidentin Haberer, die den Studenten anbot, diese auf Fächerebene mehr miteinzubeziehen.
Zum Thema der studentischen Mitbestimmung sah Grüske keinen sonderlichen Diskussionsbedarf. Das Mitbestimmungsrecht sei sogar «größer als im Hochschulgesetz vorgeschrieben».
Bei zentralen Problemen der Umsetzung des Bologna-Prozesses – wie der häufig beklagten Überlastung im Bachelor-Studium, dem vielen Auswendiglernen sowie dem Problem der mangelhaften Anerkennung von Leistungen bei Uniwechseln oder Auslandssemestern – sahen Grüske und Haberer die Verantwortung auf Seiten der Professoren und der Studierenden selbst, die sich mehr einbringen sollten. Ansonsten seien die Ziele der Reform durch «rigide Vorgaben» aus der Politik bislang nur teilweise erreicht.
Fehlende Macht
Während Studenten auch hier eine Verantwortung der Uni-Leitung sahen, sprach Grüske von fehlender «Macht», über die, wäre sie in seiner Hand, sich die Studenten «sofort wieder beklagen» würden.
Die Finanzierung der Hochschulen empfinde Grüske als ebenso «katastrophal» wie die Studenten. Diesbezüglich wie auch bei Forderungen nach mehr BAföG unterstütze er sogar «diese Art der Demonstration, weil sie Öffentlichkeit erregt». Beim Thema Studiengebühren blieb Befürworter Grüske erwartungsgemäß hart. Schließlich sei ein Hoschulstudium ein «Privileg» und eine lohnende Investition in die Zukunft.
Nur gelegentlich brauste Unmut über unliebsame Äußerungen vor allem des Rektors auf. Ansonsten sahen viele ihre Probleme zerredet und sind dementsprechend enttäuscht von der Veranstaltung. «Der ist doch nur ausgewichen», meinte ein Student hinterher. Zum Forderungskatalog der Protestler sagte Grüske: «Ich kann die meisten Punkte sehr gut nachvollziehen und unterstütze sie intensiv.» Hier fordern die Studenten jetzt mehr als bloße Lippenbekenntnisse. |
| 27.11.2009 |
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