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Operation Bildungsreform gelungen, Patient tot?

Studenten tragen die Bildung zu Grabe - Versorgung der Besetzer durch Spenden - Protestieren und studieren
 Operation Bildungsreform gelungen, Patient tot?
Foto: Bernd Böhner
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Studenten «beweinen» den Tod der Bildung. Die Besetzer erhalten weiterhin Unterstützung vom Einzelhandel und verstärkt auch von Professoren.

ERLANGEN (bjk) – Heute um 18 Uhr wollen Studenten bei einem «Trauermarsch» vom Audimax zum Rathaus symbolisch die Bildung zu Grabe tragen.

Nacht für Nacht schlagen gut 50 Studierende ihr Nachtlager um das Audimax herum auf. Verpflegt werden sie weiterhin mit Spenden aus dem Erlanger Einzelhandel und von gemeinnützigen Organisationen wie «Die Tafel» sowie von Sympathisanten, wie aus Studentenkreisen verlautet.

Zum Kochen dürfen die Besetzer inzwischen die Räumlichkeiten der nahe gelegenen Evangelischen Studierendengemeinde nutzen.

Sind die täglichen Plenumsdiskussionen im besetzten Audimax mittlerweile fast schon zum gewohnten Bild geworden, sind seit gestern nun auch Dozenten eingeladen, dort über ihre Sicht des Themas Bildung zu referieren.

Als erster war gestern am späten Nachmittag der Erlanger Theologe Wolfgang Schoberth angekündigt. Heute um 9 Uhr soll der Heidelberger Theologieprofessor Ulrich Duchrow zum Thema «Bildung und Neoliberalismus» sprechen.

Am Sonntagnachmittag bekamen außerdem Erlanger Schüler und Elternvertreter im Audimax Gelegenheit, über Probleme im Schulsystem zu diskutieren und über eigene Forderungen zu beraten.

Weil bei so viel Diskussionen und Protest auch Zeit zum Studium bleiben muss, sind seit gestern täglich Lernphasen mit Ruhegebot von zwei bis drei Stunden Dauer eingeplant. Am ersten Tag wurde diese Möglichkeit gut angenommen und man konnte in den Hörsaalreihen viele sehen, die still über ihre Schriften gebeugt dasaßen.

Erlanger Studentenvertreter wollen sich heute an einem Treffen von Besetzern aller bayerischen Universitäten in Würzburg beteiligen. Dort ist für heute Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch angekündigt, der mit den Studierenden diskutieren will.

Große Hoffnungen dürften die Erlanger Studenten auch in ihren Rektor Karl-Dieter Grüske setzen. Dieser ist seines Zeichens Vizepräsident der deutschen Hoschulrektorenkonferenz, die am heutigen Dienstag in Leipzig zusammentritt.
24.11.2009
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